Wie die Welt auf die Welt kam

Alles auf AnfangWir arbeiten an einem neuen Stück – für die SCHAUBURG am Elisabethplatz, das städtische Kinder- und Jugendtheater in München. Die Premiere musste mehrfach verschoben werden, jetzt nehmen wir dafür Ende Januar 2017 in den Blick. Nach wirklich langer Pause wagen wir uns wieder an ein Duo-Programm; die letzte Produktion zu zweit war SALZ, das 2008 Premiere hatte – und das wir immer noch (und auch gerne!) spielen.

Worin genau besteht das Wagnis?

Allein schon in der verbindlichen Festsetzung eines Premierentermins: Schaffen wir es bis dahin? Inspiration lässt sich nicht versprechen. Fällt uns diesmal genügend ein? Genügend Neues? Fällt uns überhaupt noch etwas ein – oder ist nicht alles schon verbraucht?

Es ist eine Herausforderung, sich von solchen Fragen nicht lähmen zu lassen. Dabei steckt in diesem „Es fällt uns etwas ein“ eine erfahrbare Wahrheit: Es gibt tatsächlich ein ‚es‘, das sich wohl suchen, bitten und locken, nicht aber herbeizwingen lässt. Eigenes Zutun ist wohl möglich, es gibt – zum Glück! – viel Handwerklichkeit, viel Routine; so kann man der Inspiration ein Stück weit entgegengehen. Aber dann kommt sie manchmal aus ganz anderer Richtung. Solange sie denn kommt.

Alles auf Anfang: Um Schöpfungsgeschichten soll es gehen, aus aller Welt, aus allen möglichen Kulturen – und damit auch um Kreativität. Wie spielen Plan und Zufall zusammen? In einer der Geschichten schwebt der Schöpfergott schlafend durchs Nichts, und er träumt die Welt. Erwacht macht er sich daran, den Traum zu verwirklichen, planvoll –  aber woher kam der Traum?

Oft haben wir bei der Arbeit an etwas Neuem das Gefühl: Das Stück gibt es schon, wir können es nicht ‚machen‘, wir müssen es finden. Manchmal staunen wir, wenn in dem letztlich Gefundenen mehr steckt, als wir anfangs gesucht und beabsichtigt hatten.

Alles auf Anfang: Wieder sitzen wir vor einem weißen Blatt. Zeichnet sich da schon etwas ab? Will es gefaltet, beschrieben, geknüllt, werden? Oder will es in Ruhe gelassen werden – während im Regal eine Küchenrolle nach uns verlangt, im Schrankfach ein großes Tuch, am Isarufer eine Handvoll Steine? Das Stück ist schon da, wir machen uns auf die Suche.

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