Wie die Welt auf die Welt kam

Augen-Blicke auf den Beginn der Zeit

von und mit

Hedwig Rost und Jörg Baesecke

Was war zuerst da, Ei oder Huhn?  Und wie stellen sich Menschen hier, da und dort die Entstehung der Welt vor? Um dem nachzugehen sind wir zu einer Forschungsreise aufgebrochen – mit dem Finger über den Globus. In langen Lesestunden durchstreiften wir die Schöpfungsmythen vieler Völker, Länder und Kulturen.

Bei den Yoruba in Nigeria stießen wir tatsächlich auf ein Huhn, das bei der Erschaffung der Welt eine bedeutende Rolle spielte. In Finnland war es dagegen ein Ei, das vor unseren Füßen zerbrach und Sonne und Mond freigab. Von der Südsee klang das Lied einer Schöpfergottheit herüber, aus dessen Echo sich die Welt bildete. Weiter ging es nach China, wo wir hörten, die Erde sei aus dem Kopf eines Riesen und die Menschen aus den Flöhen in dessen Haar hervorgegangen! In Feuerland hingegen war man davon überzeugt, der Mensch stamme vom Lama ab.

Allerlei Weltwissen  sammelte sich dabei an. Und ständig tauchten neue Fragen auf: Wie kam der Tod in die Welt? War das Böse von Anfang an da, und wo hat es seinen Anfang genommen? Ist die Welt eigentlich fertig – oder geht die Schöpfung immer noch weiter?

Im Grunde ist es unmöglich. diese Fülle unterschiedlicher Vorstellungen über den Ursprung der Welt in „richtig“ oder „falsch“ zu unterteilen. Der Blick auf die Vielfalt von Weltentwürfen wird vielmehr zu einem Plädoyer für Toleranz und Respekt dem Anderen, dem Fremden gegenüber. Und am Ende stellt sich heraus, dass einige dieser Geschichten auf poetische Weise komplexe astrophysikalische Vorgänge abbilden, also dem naturwissenschaftlichen Weltbild gar nicht widersprechen.

Schere, Stein, Papier:  Fremde Länder und Kulturen werden auf der Bühne mit Hilfe von Alltagsgegenständen und einfachen Materialien erfahrbar; Schere, Stein und Papierobjekte, Geige, Küchenrolle und Seidenfahnen laden die Zuschauer auf eine Weltreise ein –  zu den Anfängen der Zeit.

Im Blick der Presse:  Die alten Fragen, auf die es keine Antworten gibt, haben schon immer die besten Geschichten hervorgebracht, und weil alle Kinder (und Menschen überhaupt) wissen wollen, warum es überhaupt etwas gibt und nicht etwa nichts, existieren auch jede Menge wunderbare Erklärungen dazu, wie aus dem Nichts doch etwas geworden ist. … Dabei sind es nicht nur die fantastischen Geschichten, die Spannung erzeugen. Vor allem interessiert die Art, wie hier eins zum anderen führt: wie aus einem Picknickkorb das Universum, aus bunten Seidenbändern Sonne, Mond und Sterne und aus einem Isarkiesel erst ein Musikinstrument, dann ein Elefantenohr und schließlich ein Herz werden kann. All das haben die beiden liebevoll und minutiös ausgetüftelt und so mithilfe von Steinen, Schere und Papier für jede Erzählung eine ganz eigene visuelle Übersetzung gefunden. Diese hochkomplexe analoge Erzählweise erfordert durchaus Konzentration, liefert aber in einer knappen Stunde viele Anregungen zum Nachdenken und Weiterspielen. (Silvia Stammen im MÜNCHNER FEUILLETON)

‚Wie die Welt auf die Welt kam‘  entstand in Zusammenarbeit mit der SCHAUBURG am Elisabethplatz / Theater der Jugend in München. Konzipiert ist es für Kinder ab 9 Jahren und für Erwachsene. Premiere war am 18. Februar 2017 – mehr dazu unter Erschöpft.

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Einen kleinen Einblick in das großes Thema  bietet ein kurzer Video-Clip, aufgenommen kurz vor der Premiere. Dass dabei der Titel des Stücks am Ende nicht ganz richtig wiedergegeben wird, ist sicherlich der Endproben-Spannung geschuldet:

 

Im Winter 2017/2018 entsteht eine neue mobile Fassung dieser Produktion, die voraussichtlich ab Januar 2018 gebucht werden kann.