‚Romanze zur Nacht‘ heißt ein Gedicht von Georg Trakl (1887-1914), klassisch gereimt, sprachgewaltig und bilderreich. Wir haben vor Jahren versucht, es fürs Theater zu bearbeiten. In Zusammenarbeit mit der Illustratorin Hildegard ‚Hilla‘ Rost, einer Cousine von Hedwig, entstand daraus eines unserer Bühnen-Bilder-Bücher. Was sich auch anbot, denn der Text besteht aus einer Abfolge von unverbundenen Einzelsituationen, und jede sollte ein Blatt für sich allein bekommen. Das Gedicht reiht Einsamkeiten aneinander, und das Buch bedeutet Verbindung, Verbundenheit.. Lange ruhte es dann in der Schublade, weil sich der dunkle Stoff nur schwer in andere Programme einfügen ließ. Jetzt unternehmen wir einen neuen Anlauf – wir sprechen den Text und zeigen die Blätter zu zweit, wir verlangsamen das Gedicht, um seine wie auch unsere Bilder besser zur Wirkung zu bringen. Und sehen zu, dass es dabei möglichst ‚dicht‘ und intensiv bleibt. Das Gedicht jedenfalls ist alle Mühe wert. (Januar 2026)
Auf einmal – geht ein Scheinwerfer an, und Du stehst im Licht. Für kurze Zeit bist Du sichtbar und wahrnehmbar.
… geht die Reise, mit neuen Stücken an Bord: Unsere Mozart-Bearbeitung
Wir besitzen seit Ewigkeiten einen kleinen Koffer, der sich wie eine Handtasche umhängen lässt, auffällig nicht zuletzt durch sein Alter. Häufig werden wir darauf angesprochen, und in der lokalen S-Bahn kommt dann auch die Frage, ob sich unsere ‚Kleinste Bühne‘ in diesem Koffer befindet. Nein, das tut sich nicht, obwohl die Größe fast indentisch ist. – Über Jahre entstand so die Idee, in diesem (eigentlich nur privat genutzten) Koffer ein kleines Theater einzurichten, für eine kurze Geschichte, die zwischen zwei Haltestellen passt. Immer wieder gab es dann andere Prioritäten, aber jetzt ging es plötzlich ganz schnell: das Stück steht – es dauert nicht mal 2 Minuten, ist eher ein Witz, und dabei voll Lebensweisheit. Also: Augen auf, und nicht nur in der Münchner Linie S 7. Es gäbe was zu lachen, versprochen! (August 2025)
Unüberlesbar stehen wir vor der Frage, wie lange wir noch arbeiten und spielen wollen. Mit jedem neugeschaffenem Stück rückt die Anwort darauf wieder ein wenig in die Ferne. Und gerade wird abermals ein neues Stückchen fertig, die Bearbeitung eines norditalienischen Märchens aus der Sammlung von Italo Calvino: DAS LAND, WO MAN NIEMALS STIRBT – Il paese dove non si muore mai.
Der alte Koffer, der unsrere Requisiten verlässlich zu den
Wie lange dauert eine Nachkriegszeit? So lautet einer der letzten Sätze, die in der Bühnenproduktion
Neuestes aus alter Zeit! Wieder sind wir im antiken Griechenland unterwegs, wie schon bei 
So begannen wir zu experimentieren, und daraus wurde dann z.B. das vom Vater verstoßene Mädchen (aus unserer Produktion
Die Texte mündlicher Tradition gehören im Grunde gehört, nicht lediglich stumm gelesen. Nur so lässt sich ihr sprachmusikalischer Anteil erfahren – sie sind mehr als nur Informationsweitergabe; Epen, Balladen und auch Märchen sind nicht zuletzt auch ‚akustische Phänomene‘ (Max Lüthi). Diesem Gedanken folgend haben wir seit Neuestem eine Geschichte aus den Ovid-Metamorphosen im Repertoire. Gesprochen wird sie zum Teil in einer eigenen Hexameter-Nachdichtung, zum Teil in endgereimten, slam-artigen Versen. Ein ziemlich krasser Stoff, soviel sei hier verraten, deutbar auch als politische und ökologische Parabel, mit Splatter-Elementen, uralt und dabei eindeutig heutig! Was wohl daraus wird? Wir sind gespannt. (01/2025)