Die Kleinste Bühne der Welt Hedwig Rost & Jörg Baesecke

Aktuelles/Blog

Liebes-Wege

In Turkestan, wo die Tage lang sind und die Wege weit, da ging einmal ein junger Mann vom Markt nach hause. – So beginnt ein kleines persisches Märchen. Eine junge Frau gesellt sich dazu, sie gehen eine Weile gemeinsam und verstehen sich gut. Bis sie an eine enge Schlucht kommen …

Unser Mai-Film zeigt – mit Transparentbildern und in einem Laternentheater – den vorsichtigen Anfang einer Liebesgeschichte: Der Mann ist dabei eher schüchtern, und die junge Frau ergreift die Initiative.

Grenz-Erfahrungen

Viele Geschichten erzählen davon: Hinter einer dünnen Grenze, in naher Ferne liegt eine andere Welt. Durch ein magisches Portal kann sie betreten werden, etwa durch einen Brunnen wie im bekannten Frau-Holle-Märchen. Oder durch den Sturz in einen Suppenkessel , wie in einer wunderreichen Geschichte aus der jüdischen Tradition, die ein wenig an Goethes ‚Faust‘ denken lässt und die in unserem April-Film aus einem Bühnen-Bilder-Buch entfaltet wurde.

Bombennächte

„… und von oben, von der Bergweide aus, konnte er nun sehen, wie unten im Land der Krieg ausbrach. Nachts sah er den Feuerschein brennender Stadte, tagsüber hörte er den Lärm der Schlachten, er sah die Staubwolken vorbeiziehender Heere, aber zu ihm herauf auf den Berg gelangte der Krieg nicht.“ – Textauszug und Bild gehören zur Bühnenbearbeitung einer Geschichte, die im Mai 2019 nach sehr langer Vorarbeit fertiggeworden ist: Die weise Schlange, unter ‚Aktuelles‘ hier und hier erwähnt. Das Bild besteht aus drei einzelnen Flächen und wird beim Erzählen Stück für Stück zusammengesetzt. Ich frage mich, was mir da die Hand geführt hat. So wenig meine Mutter von den Bombennächten im Keller und vom Feuersturm erzählt hat – ihre Andeutungen, die halben Sätze und ihr Tonfall öffneten den Blick in einen Abgrund. Die Weitergabe von Kriegstraumata beschäftigt mich bis heute, auf der Bühne und privat. Schaudernd sehe ich nun auf den neuen Generationenschatten, der wohl noch weit in die Zukunft reichen wird. Und ich denke an die Schule 134 in Charkiv, wo wir im Spätsommer 2019 auftreten durften und die seit dem 3. Kriegstag ausgebrannt und in Trümmern liegt.

Die Sterne fallen vom Himmel

Wenn es ein Märchen gibt, das Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zum Gegenstand hat, dann die ‚Sterntaler‘ aus der Sammlung der Brüder Grimm. Bei unserer Bearbeitung wird eine Silhouettenfigur, gestaltet nach einer Kinderzeichnung, in Szene gesetzt, im Stil einer Anziehpuppe. – Das Märchen war hier im März als Monatsfilm zu sehen. Wir planen im Übrigen, Ende 2022 noch einmal eine DVD herauszubringen – mit allen Filmen, die im Laufe des Jahres an dieser Stelle veröffentlicht wurden.

Tee des langen Lebens

Wie können wir in diesen Zeiten handlungsfähig bleiben?  Hedwig versucht es, im wahrsten Sinn des Wortes, durch Handel: Sie unterstützt seit Jahren einen in den Senegal zurückgekehrten Asylbewerber und dessen Familie beim Aufbau eines landwirtschaftlichen Projekts. In Dakar hat sie auch Kinkéliba kennengelernt, einen Tee, der dort täglich getrunken wird. Soeben sind wieder 2 große Pakete aus dem Senegal bei uns angekommen. Wir handeln damit, auf Spendenbasis, und unterstützen so unsere Freunde im Senegal. Die Einnahmen werden dabei zu 100% weitergeleitet. „Tee des langen Lebens“ weiterlesen

IN aller KÜRZE

Ende November erschien unsere neue DVD  IM HANDUMDREHEN UM DIE WELT – mit allen 12 Monatsfilmen des Jahres 2021: eine Begleiterin durch die Jahreszeiten, ein kleiner filmischer Geschichtenkalender und ein Gruß in kontaktarmen Tagen.

Die DVD kostet wieder 20 Euro und kann über unser Kontaktformular bestellt werden. 

Lichtzeichen

Zur Zeit vergeht kaum ein Tag ohne Terminabsage. Unsere Winter-Spielzeit droht komplett auszufallen. Im letzten Jahr hat uns ja das Filmen ganz unverhofft weitergeholfen, in diesem Jahr kamen wir u.a. mit dem Bau eines Fahrradtheaters einigermaßen über die Runden – aber jetzt? Starten wir einen neuen Versuch! Wir haben für unser Theater-Fahrrad ein kleines PopUp-Kino entwickelt. Damit werden wir im Raum München bald hier, da und dort auftauchen, in der Adventszeit zunächst, meist unangekündigt, aber auch auf Einladung. Eine Lichterkette schmückt das Radl, am Fahrradlenker ist ein Beamer angebracht, am Fahrradkorb stecken zwei lange Stangen (eine ist auf dem Foto links schemenhaft zu erkennen). Zwischen den Stangen spannt sich eine Projektions-Fläche. – Wir zeigen hier unseren Dezember-Film ‚Die Zeit steht still‘, eine belorussische Weihnachts-Legende. Der Film befindet sich auch auf unserer DVD ‚Im Handumdrehen um die Welt – 12 Filme für 12 Monate‘. Und im Winter wollen wir dann zwei, drei kleine Filme für unser Radl-Kino neu produzieren – und damit vielleicht ein paar Zeichen setzen in Zeiten schwindenden Lichts.

Spielzeit 2021/22

3.Welle, 4.Welle …

Auf Sicht:  Wir werden weiter mit der Unsicherheit leben müssen, ob vereinbarte Auftritte auch wirklich stattfinden können. Also: Wir fahren auf Sicht – und wollen dabei beweglich bleiben. Dafür legen wir einige Programme ‚auf Eis‘. Das heißt, sie bleiben weiter im Repertoire, die Wiederaufnahme ist allerdings mit einigem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Zurückgestellt werden HeimSpiel und PapierKrieg, außerdem die Duo-Fassung von ENGEL IN FETZEN. Ganz ausscheiden aus dem Repertoire werden Stadt-Land-Moos und Trick 17, das Klassenzimmerprogramm mit mathematischen Geschichten. – Die allermeisten kurzen Einzelstücke bleiben dabei weiterhin spielbereit.

Frisch gestartet  ist in diesem Sommer unser Radl-Theater;  den Winter wollen wir dazu nutzen, das Repertoire dafür und für für unser neues Pop-Up-Kino weiter zu entwickeln. Voraussichtlich wird es im kommenden Jahr auch wieder einen ‚Film des Monats‘ auf unserer Seite zu sehen geben.

Unser kleines Schiff  hat über viele Jahre tapfer Kurs gehalten. Wir sind inzwischen beide gut über 60 – auch deshalb verkleinern wir allmählich unser Angebot. Wobei ‚klein‘ für eine ‚Kleinste Bühne‘ ja etwas durchaus Positives ist  …

Ansichts-Sachen

Im vergangenen Winter haben wir für das Münchner Stadtmuseum mehrere kleine Filme gemacht – die jetzt auf dem youtube-Kanal des Museums  zu sehen sind:

Gleich beim ersten Film geht es um KOPF UND KRAGEN: Die Sammlung ‚Puppentheater und Schaustellerei‘ wird zur Kopf-Transplantationsklinik umdefiniert.

München ist ein TEURES PFLASTER – so weit, so bekannt. Dass sich das auch in der Ausstellung ‚Typisch München‘ festellen und sogar in Reime fassen lässt, überrascht dann vielleicht doch. Aber einmal mehr lassen sich hier mit Bier die meisten Probleme runterspülen.

Nachts im Museum ist es nicht ganz geheuer: Die RITTER VON DER TAFELRUNDE gehen um, Heinrich der Löwe wird als Preuße gemobbt – und dann fliegen die Fetzen. Ja, so warn’s, die alten Rittersleut!

Draht-Eseleien

Wie lässt sich ein Ungeheuer bekämpfen, dessen bloßer Anblick tödlich ist? Oder einen doch zumindest in Angststarre versetzt? Also auch: Wie lässt sich Angst überwinden? – Eine Sage aus München, deren Wurzeln bis ins alte Griechenland zurückreichen, greift diese Fragen auf. Die Silhouetten sind nach Kinderzeichnungen geschnitten, die Geschichte ergänzt häufig die Münchner StadtTorHeiten. Sie lässt sich aber überall erzählen, zumal …

… die Bühne jetzt auch auf einem Fahrradlenker angebracht werden kann. So zeigte unser August-Film nicht zuletzt, wie unser neues Fahrradtheater allmählich Fahrt aufnimmt.