Die Kleinste Bühne der Welt Hedwig Rost & Jörg Baesecke

Aktuelles/Blog

Theater auf 54.796 KB

Aus erster Hand: Wir gelten ja ein wenig als Spezialisten der kurzen Form. Aber 35 Jahre Theater in überschaubarer Länge zusammenzufassen, mit einer repäsentativen Auswahl all unserer Stücke – das bedeutete für uns doch eine ziemliche Herausforderung. Lange hat es gedauert, jetzt ist ein kleiner Film fertiggeworden und hier oder unter ‚Unser Film‘ abrufbar.

 

Wir wünschen allen Besuchern und Betrachtern beschauliche  11:55 Minuten!

Senior Slam

Eine Premiere – auf ganz neuem Feld: Zum ersten Mal bei einem Poetry-Slam dabei, beim Isar Slam im Münchner ‚Ampere‘. Als weitaus ältester Teilnehmer. Mit einem Text zum neuen bayrischen PsychKHG (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz): Psychisch Kranken droht die Aufnahme in eine polizeilich geführte Gefährder-Datei.

Vier exemplarische Kurz-Biographien sollten zeigen, wie schnell es gehen kann, auf diese Weise registriert zu werden. Basierend zum Teil auf realen Begegnungen und Begebenheiten. Verbunden mit einem Aufruf zur ‚ausgehetzt‘-Demonstration am 22.Juli in München. Das alles in 721 Worten.

Die Resonanz: Ausgesprochen ermutigend. Der Beitrag lief zwar außerhalb des Abend-Wettbewerbs,   hätte dort aber durchaus bestehen können. Weiter so! – war anschließend von nicht wenigen zu hören. Ein kurzer ähnlich vorgetragener Beitrag (Altern) findet sich ja bereits im Netz. Da tut sich jetzt vielleicht ein ganz neues Feld auf, hören wir mal!

Mehr als 1000 Worte

Immer wieder aufs Neue  suchen wir nach Formulierungen, um unsere Bühne treffend zu beschreiben: ‚Irgendwo zwischen story-telling und Figurentheater‘. Viele Worte sind es geworden im Lauf der Jahre. Nun soll uns ein kleiner Film bei der Veranschaulichung helfen.

Angekündigt  ist das Vorhaben schon eine ganze Weile; jetzt haben wir die Arbeit daran aufgenommen. Viele kurze Szenen, aus denen – so hoffen wir – die Vielfalt der Geschichten wie auch unserer Mittel deutlich wird.

Mit im Bild: Film-Aufnahmen von 1986.

Fertig: Voraussichtlich im Laufe dieses Sommers – also hoffentlich bald!

PREIS-WERT

Große Freude! Uns ist der Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung zugesprochen worden, der Tassilo-Preis. Damit haben wir ehrlich nicht gerechnet, allein schon weil wir – vor allem nach dem Ausscheiden aus der SCHAUBURG in München – hier doch recht selten öffentlich sichtbar sind. Von den vielen Klassenzimmer-Auftritten z.B. dringt ja kaum einmal etwas nach außen.

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Preisträger – bei uns ist es das Lebenswerk, das nun bedacht wurde. Lebenswerk? Klingt das nicht schon ein wenig nach Abgesang? Im Winter wird es 35 Jahre her sein, dass wir das erste Mal zu zweit auf der Bühne standen. In dieser langen Zeit haben wir wirklich viel versucht und wohl auch Einiges erreicht – dazu demnächst einmal mehr. Es fühlt sich noch nicht so an, als seien wir an einem Ende angekommen, aber dass nun die zurückgelegte Wegstrecke eine so prominente Würdigung erfährt, freut uns wirklich, freut uns sehr!

Geheimnis-Verrat

Als unser Buch herauskam, meinten einige Freunde besorgt: „Jetzt verratet ihr ja all eure Geheimnisse!“ – Nun, alles haben wir damals natürlich nicht verraten. Außerdem wussten wir, dass manche der im Buch beschriebenen Dinge, auch wenn sie auf der Hand zu liegen scheinen, doch nicht im Handumdrehen getan sind. Eines aber war uns bewusst: Jetzt geben wir die Geschichten frei. Wir wollten dazu einladen, auch selbst einmal Ähnliches auszuprobieren. Wir fanden die Zeit reif, etwas von den eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Angst vor Nachahmern haben wir bis heute nicht.

11 Jahre und eine Neuauflage später tauchen viele der damaligen Fragen wieder auf. So haben wir im Lauf unserer Arbeit viel über Papier gelernt, über das Material, über Schneidewerkzeuge und Klebstoffe, und das nicht nur bühnenbezogen, sondern durchaus auch alltagspraktisch. Ein Tages-Kursus in München „A3, A4 – alles aus Papier!“ schuf nun ein Forum, andere davon profitieren zu lassen. Die Skepsis am Anfang („In den Faschingsferien? Da sind doch alle zum Ski-Fahren!“) wurde gründlich widerlegt: Ausgebucht zwei Wochen nach der Veröffentlichung, also ein zweiter Termin am gleichen Wochenende, ebenfalls schnell ausgebucht, mit Warteliste. ‚Das einfachste Pop-Up der Welt‘, Heften ohne Heftklammer, ein selbstverschließender Briefumschlag, das 2-Wochen-Notizbuch, ein leicht zu bauendes Papiertheater, der Knallteufel, eine Geheimtinte aus dem Wasserhahn, Überraschungsbilder, Papiermechaniken … und all die kleinen Berufsgeheimnisse rund ums Schneiden und Kleben, die anderen vielleicht nervtötende Umwege ersparen können, kamen da auf den Tisch. Aber Verrat? Nie und nimmer. Verrat fühlt sich anders an.

Verraten und Weitergeben – im Griechischen ist das ein und dasselbe Wort. Über das Weitergeben als Glücksfaktor ist an anderer Stelle hier schon etwas veröffentlicht worden. Auch wenn das letzte Blatt hoffentlich noch in weiter Ferne liegt – angesichts eigener Endlichkeit ist es wirklich sinnstiftend und beglückend, etwas von diesem Wissen mitzuteilen, von diesen Schätzen zu teilen. Freuen wir uns auf einen nächsten Kurs!

Geschaffen. Geschafft!

Wie die Welt auf die Welt kam – die Neu-Inszenierung unseres Programms mit Schöpfungsgeschichten ist fertig. Weiter unten ist von den Herausforderungen zu lesen, vor die wir uns gestellt sahen, transport- und lichttechnisch wie auch künstlerisch. Mit der – geglückten – Premiere liegt das nun alles hinter uns. Und jetzt, aber wirklich erst jetzt, können wir sagen, dass der Neuanfang, zu dem wir gezwungen waren, das Ganze noch einmal ein gutes Stück vorangebracht hat.

Entstehen – Vergehen

Wie die Welt auf die Welt kam  entsteht gerade neu, als mobile Produktion. Wir haben versucht, dafür noch einmal ganz unbefangen auf all die Schöpfungsgeschichten zu schauen: War uns da vielleicht bisher etwas entgangen?

Die meisten Weltentstehungsmythen erzählen natürlich von Anfängen. Manchmal, aber nicht immer, ist da ein planvoll handelnder Schöpfer tätig. Manchmal folgt aber auch nur ein Ereignis auf das nächste – die Schöpfung vollzieht sich einfach, ein Plan oder eine schöpferische Hand ist dabei nicht erkennbar. Fragen lässt sich hier wie dort, ob die Schöpfung eigentlich fertig, die Gegenwart also ein endgültiger Zustand ist – oder ob der Schaffensprozess noch fortdauert.

Tatsächlich klingt in einigen Geschichten an, dass die Welt irgendwann auch wieder vergehen könnte. Manchmal hat der Schöpfer die Welt nach vollbrachtem Werk verlassen, sie seinen Geschöpfen übergeben. Was ihnen, was uns ja einige Verantwortung auferlegt. Wer heutzutage den Eindruck gewinnt, dass die Menscheit im Begriff ist, sich abzuschaffen, kann da schon ins Grübeln geraten. Eines haben alle diese Geschichten gemeinsam: Sie führen uns die Kostbarkeit der Welt vor Augen, für deren Erhalt sich einzutreten lohnt. Vielleicht trägt auch unser kleines Stück dazu bei – wir würden uns freuen.

Museums-

Reife?

 

Kürzlich wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, unsere kleine Kofferbühne einem Museum zu überlassen. – Zunächst erschien es ja kaum vorstellbar, uns von diesem Schätzchen zu trennen: Schließlich hat uns die Kleine Bühne wirklich von Anfang an und über so viele Jahre hinweg begleitet. 30 kleine Stücke haben wir für diesen Mikro-Kosmos inszeniert, in zwei großen Produktionen spielte sie mit, sie ist unser Wahr- und Markenzeichen. Andererseits: Wir haben seit Jahren nichts Neues mit der Kleinen Bühne angefangen, uns vielmehr (und nicht ohne Erfolg) in ganz andere Richtungen entwickelt. Und auch die alten Stücke zuletzt eher selten gespielt. So kommt die Frage zu einem Zeitpunkt, wo wir ohnehin viel mit Zukunft beschäftigt sind: Wie kommt das Neue in die Welt?  Auch indem etwas Altes geht und Platz freigibt. Was möchten wir auf der Bühne wie im Leben noch verwirklichen? Einiges, und auch wenn noch nichts entschieden ist: Im Grunde sind wir dankbar für diesen Denkanstoß.

Spielzeit 2017 – 2018

  • Unser wichtigstes Vorhaben ist im Moment die Neubearbeitung von Wie die Welt auf die Welt kam – Schöpfungsgeschichten aus 5 Kontinenten. Das Programm ist dann ab Januar 2018 buchbar.
  • Unser neues HeimSpiel  (nicht zuletzt auch ein Beitrag zum Thema Leitkultur!) ist jetzt auch schul-mobil einsatzbereit. Ab 3.Klasse sowie als Familienprogramm.
  • Die StadtTorHeiten – Sagen aus dem alten München sind ab sofort nur noch direkt bei uns buchbar.
  • Wie heißt es so schön? Damit etwas Neues kommen kann, muss etwas Altes gehen. Wir werden uns nach diesem Sommer von 2 oder 3 Programmen trennen. Dafür ist schon Neues in Vorbereitung!

Der Schwertmeister

Ein neues kleines Stück ist fertig, nach einem japanischen Stoff: Es geht um einen unbesiegbaren Schwertmeister, einen Samurai, der einem Zweikampf lieber ausweicht, als seinen Gegner zu töten – auf die Gefahr hin, dann als Feigling zu gelten. Eine Rittergeschichte, wenn man so will.

Aber was heißt ‚kleines Stück‘?  Ein Leporello aus geschnittenen Bildern, insgesamt 4,80 Meter lang, untermalt die Handlung. Es ist Minutentheater, aber wirklich hintergründig:  Japan in a nut-shell, ganz Japan in einer Nußschale – ließe sich über diese Geschichte sagen.