Die Kleinste Bühne der Welt Hedwig Rost & Jörg Baesecke

Aktuelles/Blog

Frühlingsglaube

„Die linden Lüfte sind erwacht … „ Vor gut 200 Jahren verfasste Ludwig Uhland sein Gedicht ‚Frühlingsglaube‘. – Jetzt wäre die richtige Jahreszeit für unser Bühnenprogramm mit Weltursprungsgeschichten. Und so haben wir eines der Stücke daraus, eine Schöpfungsmythe der Irokesen aus Nordamerika, als Märzfilm aufgenommen und hier eingestellt: Die Große Schildkröte – eine komplexe und herausfordernde Geschichte, wie wir finden. Und: „Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden.“

Ab in die Schlucht!

Um es gleich deutlich zu sagen: Das ist keine erbauliche Geschichte – sie blickt der Wahrheit ins Gesicht. Und sie ist in einer Zeit, wo die Solidarität zwischen den Generationen auf die Probe gestellt wird, leider ziemlich aktuell. Dass die ‚Geschichte von der Mulde‘ – ein russisches Märchen – letztlich gut ausgeht, sei vorab verraten. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass auch unsere Gesellschaft die derzeitigen Prüfungen gut übersteht.

Wir haben für Februar 2021 gleich zwei Filme vorbereitet, diesen und die ‚Reise um die Erde‘ , die in der ersten Monatshälfte hier zu sehen war. Auf der für Dezember geplanten DVD werden dann beide enthalten sein.

Februar-Film(e)

In Zeiten, wo die Reisemöglichkeiten eingeschränkt sind, lädt dieses Märchen der Inuit zu einer Weltreise ein, einer lebenslangen Reise, zur Begleitung  einer Lebensreise. Erzählt in wenigen Minuten, dargestellt mit einfachsten Mitteln, nachzulesen in unserem Buch. Und zu sehen auf der für Dezember geplanten DVD, die all unsere ‚Filme des Monats‘ enthalten soll.

Mond, Monate, Monde, Tage

Vorsätze für 2021Wir wollen im kommenden Jahr versuchen, jeden Monat einen neuen, kleinen Film auf unsere Seite stellen, immer für vier Wochen. Im Dezember wären dann 12 Filme für eine neue DVD zusammen.

Begonnen haben wir mit einem Märchen vom äußersten Nord-Ost-Rand Sibiriens, vom Volk der Tschuktschen: DAS MÄDCHEN UND DER MONDnachzulesen auch in unserem Buch. 

Wir wünschen unseren Besuchern für 2021 alles Gute, Glück und Gesundheit!

Lebenszeichen

Eine tröstliche Geschichte, wie wir finden. Entwickelt aus einer 4-Sätze-Skizze von Imre Kertesz, Im Frühjahr stand der kurze Film ein paar Wochen auf unserer Seite. Im Blick auf den neuen Lockdown stellen wir ihn jetzt wieder hier ein, als kleine Ermutigung, auch an uns selbst.

Es ist einer der 12 Filme, die wir auf einer DVD zusammengefasst haben – mehr dazu hier. Und weil wir jetzt auch wieder nach unserer Konto-Nummer gefragt werden: IBAN DE17 2001 0020 0726 4042 00 – BiC PBNKDEFF – Rost/Baesecke.  Aber bitte – fühlt euch frei! 

Durststrecken

Eingeladen zu einem kleinen Kindertheaterfestival in Luxemburg. Vorher täglicher Kontakt mit dem Gesundheitsamt, 46 Stunden Aufenthalt sind ohne Auflagen erlaubt, also nächtliche Ausreise und Heimfahrt, Gefühl: gerade noch geschafft, vor Toresschluss.

Während unserer 2.Aufführung plötzlich Feueralarm! Alle verlassen den Saal, wir auch, mit Geige und den wichtigsten Requisiten. Schnell stellt sich heraus: In einem anderen Saal hat Bühnennebel die Rauchmelder ausgelöst. Alle warten nun, bis die Feuerwehr kommt, im Freien und mit Abstand. Zeit, die gerade begonnene Geschichte von der ‚Reise um die Erde‘ (ein Märchen der Inuit) fortzusetzen und abzuschließen. Als kleine Zugabe gint es noch eine traditionelle Fadenfigur: ein Kamel das durch die Wüste läuft, von der rechten zur linken Hand, auf dem Bild (Foto: Lynn Theisen) vielleicht nicht gleich zu erkennen:

Dann erscheint die Feuerwehr, und dagegen kommt kein Theater mehr an. Aber das Kamel hat sein Ziel noch erreicht, die Durststrecke überwunden, offenbar mit ausreichend Vorrat im Höcker. Hoffen wir, dass auch unsere Kräfte und Vorräte ausreichen, um die aktuelle Durchstrecke zu überstehen! Wir und alle Kolleginnen und Kollegen.

Du liebe Zeit!

Ein filmischer Essay mit Cello und Poesie – über ein großes Thema: ZEIT. Entstanden im Corona-Lockdown, zwischen zwei Home-Studios, zwischen Pullach bei München und Berlin – zwischen Mutter und Tochter. Viel Freude damit – und eine gute Zeit!

Der Film ist – in besserer Auflösung – auch auf der Homepage von ‚Bayern liest e.V  zu sehen.

Wir danken ‚Bayern liest e.V.‘ für die Unterstützung sowie dem S. Fischer Verlag, der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG München und SCHOTT Music Mainz für die freundliche Genehmigung.

Spielzeit 2020 / 2021

NEU : MOND

 

Ja, wir spielen wieder. Aber wie und was? Mit den aktuellen Abstandsvorschriften stellen sich für ein Miniaturtheater ganz eigene Fragen, etwa: Welche Form ist auch auf Entfernung gut erkennbar? Ein Kreis. Daraus folgen? Sonne und Mond, ganz genau! Und so ist nun ein neues Stückchen fertiggeworden, ein erster kleiner Schritt getan – die Geschichte vom Mond und seiner Mutter, aufgezeichnet vor 2000 Jahren von dem griechischen Autor Plutarch: Die Mutter des Mondes verzweifelt an der Aufgabe, ihrem Sohn ein passendes Gewand zu nähen, denn dieser wechselt ständig seine Gestalt. Gespielt wird mit einem großen Hexaflexagon, einem Papierobjekt, das fortlaufend gefaltet immer neue Bildoberflächen zeigt, drei insgesamt.

Eine vierte, die Neumond-Phase, liegt im Dunkel. Noch, denn bei uns sind  gerade weitere Mondgeschichten im Entstehen, auch komplexere. Vergänglichkeit, Sterblichkeit und Neugeburt – es sind große Themen, die in den überlieferten Erzählungen anklingen. Und die auch Hoffnung wecken, dass ‚es’ weitergeht, irgendwie. „Spielzeit 2020 / 2021“ weiterlesen

Geht’s noch?

Nach 4 Monaten Corona-Pause endlich der erste Auftritt, und ich frage mich vorher ernsthaft, ob das Spielen noch geht. Ich wähle großformatige Stücke aus, die bis in die letzte Reihe gut zu sichtbar sind, 20 Meter von der Bühne entfernt, und wegen der Abstandsregelungen sitzen die Zuschauer einzeln und weit im Saal verteilt.

Nein, die Hände wissen noch, was sie zu tun haben. Alles ist gut zu hören und zu sehen, das ist nicht das Problem. Aber dass die Zuschauer Masken tragen, erschwert das Spiel. Bei verdeckter Mundpartie bekommen ihre Blicke etwas Starrendes, auch etwas Abschätzendes. Oder interpretiert der Spieler da etwas hinein? Einmal mehr wird der dialogische Charakter der Erzählkunst deutlich: Der Erzähler braucht den Blíck in die Gesichter, braucht die sichtbare Reaktion seiner Zuhörer!

Umgekehrt gibt es das Sonnenbrillen-Experiment: Versuchen Sie doch einmal, einem Kind eine Geschichte zu erzählen oder vorzulesen – mit einer (womöglich verspiegelten) Sonnenbrille vor den Augen. Es wird sich zeigen, dass auch Ihr Gegenüber Ihr Gesicht sehen will. – Nach Betreten der Bühne durfte ich die Maske übrigens abnehmen, immerhin. Das war jedes Mal wie ‚Vorhang auf‘ und abschließend wieder wie ‚Vorhang zu‘. Nur eben – die Gesichter zum Applaus hätte ich gern gesehen.

Punkt 12

12 Filme:  Wir haben seit Ende März 2020 jede Woche einen kurzen Film mit Stücken aus unserem Repertoire produziert, einen persönlichen zeitbezogenen Kommentar dazu aufgezeichnet und dann alles auf unsere Seite gestellt – gedacht als kleine Soforthilfe in schwierigen Zeiten. Die Diskussionen über Streaming haben wir genau verfolgt und uns gefragt, ob es vertretbar ist, umsonst Inhalte anzubieten, für die Nutzer normalerweise Gagen oder Eintritte bezahlen würden. Für einen definierten Zweck und einen begrenzten Zeritraum finden wir das nach wie vor richtig.

Soforthllfe:  Tatsächlich waren viele Besucher bereit, ‚Eintritt‘ zu zahlen. Etliche haben darüber hinaus auch gespendet – und tun es immer noch. Dafür ganz herzlichen Dank! Besonders danken möchten wir Bayern liest e.V.  für die großzügige Förderung gleich mehrerer kleiner Filme! – Umgekehrt hat eine ganze Reihe Lehrer im Online-Unterricht mit unseren Filmen arbeiten können, die Videos wurden in einem Kommentar sogar als ’systemrelevant‘ bezeichnet. Das alles hat uns bis jetzt gut durch die Corona- Monate gebracht.

Unsere LICHTBLICKE-Reihe  umfasst 12 Filme – mehr dazu hier. Jetzt, wo ein großer Teil der sozialen Beschränkungen aufgehoben ist, machen wir eine Punkt und nehmen die Filme aus dem Netz – bis auf den ersten von der „Großen Pest in München“. Sollte sich die Situation wieder zuspitzen, setzen wir die Reihe nach Möglichkeit fort.

Alle 12 LICHTBLICKE-Filme gibt es ab sofort als DVD, für 20 Euro (incl. Versand in Deutschland) – zu bestellen hier.