Die Kleinste Bühne der Welt Hedwig Rost & Jörg Baesecke

Aktuelles/Blog

TRAUMSPUREN

Ein König träumt, er kommt zurück von der Jagd – und findet am Schlosstor einen Fuchsschwanz angenagelt. Das Tor öffnet sich, und er steht vor einer Tür, an der wieder ein Fuchsschwanz hängt. Und so geht es weiter, Tür für Tür.

Niemand vermag diesen Traum zu deuten, so hoch die Belohnung auch ist, die der König verspricht. Schließlich wagt sich ein Hirte an diese Aufgabe; auf dem Weg zur Königsstadt muss er durch ein einsames Bergtal, und dort begegnet er einer Schlange, die bereit ist, ihm die Bedeutung dieses Traums zu verraten …

Eine lange und motivreiche Geschichte schließt sich an, die zunächst wie ein ganz klassisches Märchen anmutet – um dann plötzlich in ein überraschendes Ende umzuschlagen. Ein Ende, das den Hirten und auch uns Zuhörer mit wirklich existenziellen Fragen konfrontiert.

Über die Arbeit an diesem Stoff war bereits weiter unten (>> Zeit.Geist) etwas zu lesen. Nun ist das Bühnenbuch dafür fertig, und bald auch das neue Stück, in dem diese unglaubliche Geschichte erzählt und gezeigt wird.

Aller Anfang

Wir kennen es alle: Der Alltag trägt Aufgaben an uns heran, die uns manchmal bis zur Erschöpfung fordern. Wir fühlen uns müde, antriebslos – und sehnen uns nach einem Impuls, um Neues anzufangen. Aber wie? Wie kommt das Neue in die Welt?

Davon erzählen auch die Geschichten vom Ursprung der Welt: Vor dem Anfang herrschen Leere, Langeweile, Dunkel und Einsamkeit. Aber dann …

Ein Workshop-Wochenende mit Hedwig Rost:  Eintauchen in die Schöpfungsmythen der Völker, mit Spiel und Bewegung, mit Körper, Stimme, Papier und Naturmaterialien, ohne Wertung und mit Lust am Experiment!

Samstag, 25.Mai 2019: 10-18 Uhr // Sonntag, 26.Mai 2019: 10-16 Uhr – in München – Kosten: 150 Euro – Anmeldung bitte bis zum 23.April 2019 über Kontakt oder bei hedwig.rost@posteo.de

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4 D

Große Freude über eine Kritik in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG – zu einer Aufführung von ‚Wie die Welt auf die Welt kam‘:

Im Spannungsfeld von Licht und Dunkel entzünden sich die Funken der Fantasie und geben dem Gedanken Kraft: Ja, so könnte es gewesen sein. Oder so. So aber auch … Keinen Satz und keine Geste möchte man verpassen … Für ihre Welten-Geschichte haben Hedwig Rost und Jörg Baesecke den Scherenschnitt neu erfunden und ihm eine dritte und vierte Dimension hinzugefügt … begeisterter, fröhlicher Applaus … Hier der ganze Text.

Schlüsselgeschichten

Zum Jahreswechsel  ist eine neue kleine Geschichte in unser Repertoire gekommen – begleitet von Wünschen und Hoffnungen für die nächste und übernächste Zukunft.

Über Kritzelgeschichten (drawing stories) war hier bereits etwas zu lesen: Geschichten, bei denen das Erzählen zeichnend begleitet wird, meist nur mit einer einfachen Linie – und am Ende ist ein kleines Bild entstanden. Der Reiz dieser Geschichten besteht nicht zuletzt in ihrer Einfachheit, sie laden zum Nach-Machen und Weiter-Tragen ein, sie gehörem nicht dem einzelnen Erzähler oder der einzelnen Erzählerin, sie gehören der Welt.

Schlicht sind sie aber oft nur auf den ersten Blick. Manchmal braucht es einen zweiten, um zu tieferen Schichten zu gelangen – damit das Gebilde überhaupt erst ‚Ge-Schichte‘ wird. Die Prinzessin, die im Wald beim Spielen die Zeit vergessen hat und nun vor verschlossenen Toren steht, hat – ohne es zu wissen – den Schlüssel schon in der Hand. Der eigene Lebensweg hat die Ressource gebildet, mit der sich die Aufgabe lösen lässt. Genau darin liegt oft das Wohltuende und Tröstliche der Märchen: dass Heldin oder Held vor genau die Aufgaben gestellt werden, für die sie zuvor Helfer oder Hilfsmittel gewonnen haben. Diese Erfahrung wünschen wir Ihnen, euch und uns für’s Neue Jahr – auch im wirklichen Leben!

Zeit:Geist

Im Theater fragen uns Kinder oft: „Wie lange habt ihr dafür gebraucht?“ Selten bietet sich eine griffige Antwort: Manchmal gelingt ein Stück fast im Handumdrehen, manchmal dauert es Jahre, bis eine Geschichte auf die Bühne kommt, einiges schafft es auch nicht über den Entwurf hinaus. Die Geschichte vom ‚Affen auf dem Dach‘ war nach einem Vierteljahr fertig, die ‚Reise um die Erde‘ fand nach zwei, drei Tagen ins Ziel, an ‚Salz‘ haben wir ein ganzes Jahr gearbeitet. Aber was ist damit gesagt?

Im Herbst 2000 habe ich eine Geschichte gehört, von Ben Haggarty, die mich nicht mehr losgelassen hat und seither zu meinen Lieblingsgeschichten zählt. Immer wieder habe ich versucht, eine passende Bild-Sprache zu finden. Mats Rehnman aus Stockholm hat mir dazu eine Silhouette geschnitten. Eine Sufi-Geschichte, hörte ich hier, ein armenisches Märchen – sagte man mir dort: Ein König träumt, er kommt von der Jagd zurück und findet am Tor seines Schlosses einen Fuchsschwanz angenagelt. Wer deutet ihm diesen Traum, und was bedeuten seine folgenden Träume? – Letztlich geht es in der Geschichte um Willensfreiheit, darum, in wie weit unser Tun vom Zeitgeist bestimmt ist.

Vielleicht ist jetzt, im Herbst 2018, die Zeit reif. Ungläubig schauen wir in die Welt, was  für ein Zeitgeist da gerade Einzug hält. Und plötzlich hat sich ein Weg aufgetan, die Geschichte auf die Bühne zu bringen und – ja: zu Papier, denn es entsteht nun wieder ein BühnenBilderBuch. Das hoffentlich in diesem Winter fertig wird, sodass ich irgendwann werde sagen können: Mehr als 18 Jahre habe ich daran gearbeitet.  (J.Bae / Nov. 2018)

Spielzeit 2018 – 2019

München. Sieben Jahre sind um, und nun tanzen sie wieder: Im Januar und Februar 2019 werden in der Stadt vielerorts die Schäffler zu sehen sein, zur Erinnerung an Pestzeiten und zur Wiederbelebung des öffentlichen Raums. In den StadtTorHeiten wird die ganze Geschichte erzählt, und zwei andere Stadtsagen dazu, mit einem zierlichen Papiertheater.

Weiter im Repertoire: Mehr als 100 kurze Stücke, aus denen wir vielfältige Programme zusammenstellen können, für Aufführungen in Theatern und Sälen, im Klassenzimmer, in privaten Räumen …

Deutschland.  Von PUNKT PUNKT KOMMA STRICH über Bach, Goethe und die Brüder Grimm bis zur Nationalhymne – unser HeimSpiel  bietet einen kurzweiligen und originellen Blick auf deutsche Sprache und Kultur, für Erwachsene und Kinder.

Welt.  Wie hat alles angefangen? Und wie lange hält es noch? In Wie die Welt auf die Welt kam erzählen und zeigen wir Schöpfungsgeschichten aus 5 Kontinenten. Die Produktion ist fertig und tourneefähig.

Im September 2019 jährt sich der Ausbruch des 2.Weltkriegs. Papier.Krieg erzählt von den Fortwirkungen bis heute und bleibt weiter im Repertoire.

Mehr dazu und zu unseren anderen aktuellen Programmen findet sich hier.

Theater auf 54.796 KB

Aus erster Hand: Wir gelten ja ein wenig als Spezialisten der kurzen Form. Aber 35 Jahre Theater in überschaubarer Länge zusammenzufassen, mit einer repäsentativen Auswahl all unserer Stücke – das bedeutete für uns doch eine ziemliche Herausforderung. Lange hat es gedauert, jetzt ist ein kleiner Film fertiggeworden und hier oder unter ‚Unser Film‘ abrufbar.

 

Wir wünschen allen Besuchern und Betrachtern beschauliche  11:55 Minuten!

Senior Slam

Eine Premiere – auf ganz neuem Feld: Zum ersten Mal bei einem Poetry-Slam dabei, beim Isar Slam im Münchner ‚Ampere‘. Als weitaus ältester Teilnehmer. Mit einem Text zum neuen bayrischen PsychKHG (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz): Psychisch Kranken droht die Aufnahme in eine polizeilich geführte Gefährder-Datei.

Vier exemplarische Kurz-Biographien sollten zeigen, wie schnell es gehen kann, auf diese Weise registriert zu werden. Basierend zum Teil auf realen Begegnungen und Begebenheiten. Verbunden mit einem Aufruf zur ‚ausgehetzt‘-Demonstration am 22.Juli in München. Das alles in 721 Worten.

Die Resonanz: Ausgesprochen ermutigend. Der Beitrag lief zwar außerhalb des Abend-Wettbewerbs,   hätte dort aber durchaus bestehen können. Weiter so! – war anschließend von nicht wenigen zu hören. Ein kurzer ähnlich vorgetragener Beitrag (Altern) findet sich ja bereits im Netz. Da tut sich jetzt vielleicht ein ganz neues Feld auf, hören wir mal!

Mehr als 1000 Worte

Immer wieder aufs Neue  suchen wir nach Formulierungen, um unsere Bühne treffend zu beschreiben: ‚Irgendwo zwischen story-telling und Figurentheater‘. Viele Worte sind es geworden im Lauf der Jahre. Nun soll uns ein kleiner Film bei der Veranschaulichung helfen.

Angekündigt  ist das Vorhaben schon eine ganze Weile; jetzt haben wir die Arbeit daran aufgenommen. Viele kurze Szenen, aus denen – so hoffen wir – die Vielfalt der Geschichten wie auch unserer Mittel deutlich wird.

Mit im Bild: Film-Aufnahmen von 1986.

Fertig: Voraussichtlich im Laufe dieses Sommers – also hoffentlich bald!

PREIS-WERT

Große Freude! Uns ist der Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung zugesprochen worden, der Tassilo-Preis. Damit haben wir ehrlich nicht gerechnet, allein schon weil wir – vor allem nach dem Ausscheiden aus der SCHAUBURG in München – hier doch recht selten öffentlich sichtbar sind. Von den vielen Klassenzimmer-Auftritten z.B. dringt ja kaum einmal etwas nach außen.

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Preisträger – bei uns ist es das Lebenswerk, das nun bedacht wurde. Lebenswerk? Klingt das nicht schon ein wenig nach Abgesang? Im Winter wird es 35 Jahre her sein, dass wir das erste Mal zu zweit auf der Bühne standen. In dieser langen Zeit haben wir wirklich viel versucht und wohl auch Einiges erreicht – dazu demnächst einmal mehr. Es fühlt sich noch nicht so an, als seien wir an einem Ende angekommen, aber dass nun die zurückgelegte Wegstrecke eine so prominente Würdigung erfährt, freut uns wirklich, freut uns sehr!