Unterwegs im Ausland, für ein Unterrichts-Projekt, und dort immer wieder konfrontiert mit Sprachbarrieren, Missverständnissen und Kopfschütteln. Von ähnlichen Erfahrungen handelte auch unser Juni-Film: KANNITVERSTAN, eine kleine Geschichte aus Johann Peter Hebels ‚Schatzkästlein‘, über einen deutschen Handwerksburschen, der nach Amsterdam kommt und dort ‚durch den Irrthum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntniß‘ gelangt.
Das angedeutete Projekt fand übrigens in Rumänien statt, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut: Wie lassen sich theatrale und spielerische Mittel beim Erwerb von Fremdsprachen(er)kenntnissen einsetzen? Umgekehrt galt es dann zum Beispiel zu lernen, dass das Wort ‚Prost!‘ auf rumänisch ‚dumm, bescheuert‘ heißt – die Erkenntniß kam immerhin noch rechtzeitig, bevor das erste Glas gehoben wurde …
Es hätte damals auch alles schiefgehen können bei der Erschaffung der Welt. In einer Mythe aus Westafrika etwa spielt der Alkohol eine verhängnisvolle Rolle, genauer: der Palmwein. Überhaupt: Rolle! In unserem Mai-Film haben wir versucht, dem Begriff ‚Rollenspiel‘ eine ganz eigene Bedeutung zu geben: Die ganze Geschichte wurde mit Hilfe einer langen bedruckten Küchenrolle dargestellt. Theater ‚mit Hausmitteln‘ also, wie Objekttheater sich auch bezeichnen ließe; ein Stück aus
In unserem April-Film spielte noch einmal die Jagd eine Hauptrolle, genauer: die Großwildjagd – und der alltägliche Kampf um den Lebensunterhalt. Harmlos fing alles an, einmal mehr mit einer Schere und einem Blatt Papier. Daraus entstand eine Nähmaschine, die sich im Lauf der Geschichte weiter in einen Elefanten verwandelte. Und so ging es hinein in den Dschungel von Bengalen, dem Tiger auf der Spur …
In den allerersten Anfangstagen unserer kleinsten Bühne war es tatsächlich so: Jörg hatte die Bühne auf dem Schoß, Hedwig stand mit der Geige daneben, spielte zum Bühnen-Aufbau, zur musikalischen Begleitung der von Jörg gesprochenen Texte und zum Bühnenabbau. Aber das war 1983, und schon im folgenden Jahr entstanden Stücke, wo Hedwig in Text und Handlung eingriff. 1988 hatten wir die Bühne gemeinsam zwischen uns auf den Knien, und dann, immer noch 1988, entstand das erste Stück, in dem die Bühne zwischen uns hin- und herwechselte. Vor 35 Jahren also, und so alt ist auch das zweite Bild hier.
In allen folgenden Duo-Programmen bis hin zu ‚Wie die Welt auf die Welt kam‘ ist die Rollenverteilung zwischen uns unübersehbar ausgeglichen. Und trotzdem haben wir immer wieder mit Menschen zu tun, die von ‚Jörgs Bühne‘ sprechen, die in der Wahrnehmung unserer Arbeit im letzten Jahrhundert bzw. im letzten Jahrtausend stehengeblieben sind. Nicht nur Männer übrigens, auch Frauen. Da könnte sich Hedwig auf den Kopf stellen – sie wird ignoriert. Sie kann ihre Solo-Programme spielen, sie kann neue Stücke enwickeln – es hilft nichts, Wie viele Welt-Frauen-Tage werden da noch ins Land gehen müssen, bis etwas so Offensichtliches wahrgenommen wird? (8.März 2023)
Da greift der Schneider zur Geige, in der Hoffnung, wie dereinst Orpheus das wilde Tier mit Musik zu zähmen oder doch so lange abzulenken, bis der Morgen dämmert. Der Wolf singt auch gleich mit, doch dann reißt die erste Geigensaite …
Seit Sommer 2022 bietet Hedwig Rost ein besonderes Theaterformat für ukrainische Schul- und Vorschulkinder an: Sie zeigt einer kleinen Gruppe ein ukrainisches Märchen aus ihrem Programm
Ein steinzeit-altes Märchen aus Zentralasien stand im Mittepunkt unseres Februar-Films. Es erzählte von Nacht und Kälte – und von Ungeheuern, die die Finsternis birgt. Noch hält das Feuer diese Wesen ab, aber wehe, wenn es erlischt! – Begleitet wurde die Geschichte von ein paar Kritzeleien und von Formen, die sich im Spiel mit einer magischen roten Schnur entwickelten. Archaisch anmutende Mittel – doch dann fielen da plötzlich einige atemberaubend moderne Sätze, die vom Rand des Altai-Gebirges wieder in unsere Gegenwart führten.
Die Entstehung der Welt ist der Neuanfang schlechthin. Mit einem kurzen Auszug aus unserer Produktion 
