Museums-
Reife?
Kürzlich wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, unsere kleine Kofferbühne einem Museum zu überlassen. – Zunächst erschien es ja kaum vorstellbar, uns von diesem Schätzchen zu trennen: Schließlich hat uns die Kleine Bühne wirklich von Anfang an und über so viele Jahre hinweg begleitet. 30 kleine Stücke haben wir für diesen Mikro-Kosmos inszeniert, in zwei großen Produktionen spielte sie mit, sie ist unser Wahr- und Markenzeichen. Andererseits: Wir haben seit Jahren nichts Neues mit der Kleinen Bühne angefangen, uns vielmehr (und nicht ohne Erfolg) in ganz andere Richtungen entwickelt. Und auch die alten Stücke zuletzt eher selten gespielt. So kommt die Frage zu einem Zeitpunkt, wo wir ohnehin viel mit Zukunft beschäftigt sind: Wie kommt das Neue in die Welt? Auch indem etwas Altes geht und Platz freigibt. Was möchten wir auf der Bühne wie im Leben noch verwirklichen? Einiges, und auch wenn noch nichts entschieden ist: Im Grunde sind wir dankbar für diesen Denkanstoß.

Ein neues kleines Stück ist fertig, nach einem japanischen Stoff: Es geht um einen unbesiegbaren Schwertmeister, einen Samurai, der einem Zweikampf lieber ausweicht, als seinen Gegner zu töten – auf die Gefahr hin, dann als Feigling zu gelten. Eine Rittergeschichte, wenn man so will.
Im HeimSpiel war dann aber leider kein Platz für diese kleinen Texte. Doch sollten wir sie wirklich ganz aus der Hand legen? Im Sommer 2017 ergab sich die Gelegenheit, das alles einmal auf die Bühne zu bringen – bei einem Straßentheaterfestival. Das Publikum saß sozuzsagen im Multiplex-Kino und hatte die Wahl zwischen den 5 Filmgattungen. Meinungsbildung, Abstimmung, Stimmauszählung, dann die Vorführung – das hat wirklich Spaß gemacht! Es wäre ja schön, wenn sich wieder einmal eine Gelegenheit dazu ergäbe! Sonst: Einfach fragen, das Spielmaterial ist ja immer zur Hand.
Das Meer aber blieb unerschöpflich: Alles verloren – nach Imre Kertesz, und Cola Fisch, ein Märchen aus Sizilien – siehe unser
So kam das Meer immer wieder auf unsere Bühne; im Rückblick erscheint das fast wie ein roter Faden – oder eher wie ein blaues Band. Und in der Vorausschau? Wir haben noch einiges vor mit unserem Theater, aber eine Idee aus unseren Anfängen beginnt langsam Gestalt anzunehmen: Shakespeares Sturm, sozusagen als Alterswerk. Als Spiel mit der Einbildungskraft. Mit dem Stoff, aus dem die Träume sind. Und vielleicht noch einmal mit einem Papierschiffchen? Wer weiß.





Die Premiere unserer